Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung für Hameln stehen fest und wurden am Freitag, 7. August, im Rahmen der Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die Planung gibt Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung und zeigt, wo unterschiedliche Lösungen wie Wärmepumpen oder Wärmenetze voraussichtlich sinnvoll sein können. Als regionaler Energieversorger und Infrastrukturpartner begleiten die Stadtwerke Hameln Weserbergland die weitere Umsetzung. Dabei bringen sie ihre Netzdaten, technische Kompetenz und Erfahrung in der Planung, im Bau und im Betrieb von Infrastruktur ein.
„Wir definieren die kommunale Wärmeplanung dabei keinesfalls als fertigen Bauplan, sondern verstehen sie vielmehr als strategischen Kompass“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow. „Sie zeigt, wo Wärmepumpen voraussichtlich sinnvoll sind, wo Wärmenetze vertieft geprüft werden sollten und wo andere oder kombinierte Lösungen notwendig sein können“, so Treptow weiter. Die Infrastruktur, die am Ende wirklich entstehe, müsse für die jeweiligen Gebiete technisch machbar, wirtschaftlich tragfähig und für die Menschen bezahlbar sein.
Die Ausgangslage macht die Dimension der Aufgabe deutlich: Rund 74 Prozent der erfassten Heizsysteme sind heute Gaskessel. Gleichzeitig decken die vorhandenen Wärmenetze bereits rund 34 Prozent des gesamten Wärmebedarfs ab. Rund 64 Prozent des Wärmebedarfs stammen derzeit noch aus fossiler Energiebereitstellung. Die Wärmewende bedeutet damit einen tiefgreifenden Umbau der Wärmeversorgung.
In welchen Gebieten kommen neue Wärmenetze grundsätzlich infrage?
Für einen Teilbereich in der Nordstadt sehen die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung derzeit die höchste Wahrscheinlichkeit für ein Wärmenetzgebiet außerhalb der Fernwärme der Enertec. Gemeinsam mit der Stadt wurde deshalb entschieden, dort in eine fundierte Prüfung einzusteigen. Die Abwärme der Kläranlage in Verbindung mit der hohen Dichte an Mehrfamilienhäusern schafft dafür gute Voraussetzungen. Entscheidend bleibt jedoch, dass ein solches Netz dauerhaft bezahlbar ist.
„Ein ausgewiesenes Prüfgebiet ist dabei noch kein fertiges Wärmenetz“, betont Susanne Treptow bei der Podiumsdiskussion. Notwendig seien unter anderem eine verlässliche Wärmequelle, eine ausreichende Wärmedichte und Anschlussbereitschaft. Hinzu kommen Machbarkeitsprüfung, Anschlussabfrage sowie eine transparente Betrachtung von Investitionen und Wärmepreisen.
Ziel ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien und Möglichkeiten
Die Wärmewende wird aus Sicht der Stadtwerke Hamlen Weserbergland nicht von einer einzelnen Technologie getragen. Wärmepumpen, Wärmenetze und perspektivisch auch klimaneutrale Gase können je nach Gebiet und Anwendungsfall unterschiedliche Rollen übernehmen. Auch das Gasnetz müsse deshalb differenziert betrachtet werden: „Wir bewerten Netzabschnitt für Netzabschnitt und prüfen, welche Lösung langfristig Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit am besten verbindet. Ziel ist kein Wettbewerb der Technologien, sondern ein Zusammenspiel der lokalen Möglichkeiten“, so Treptow.
Parallel bereiten die Stadtwerke Hamlen Weserbergland als Netzbetreiber das Stromnetz auf die zunehmende Elektrifizierung vor. Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher und Elektromobilität erfordern einen gezielten Netzausbau. Ergänzend sollen Digitalisierung und intelligentes Lastmanagement dazu beitragen, die vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen. Die kommunale Wärmeplanung liefert dafür zusätzliche Informationen über die künftige Entwicklung in den einzelnen Gebieten.
Die kommunale Wärmeplanung zeigt uns die Richtung
Mit dem Abschluss der Wärmeplanung endet die Zusammenarbeit nicht: für den langfristigen Erfolg braucht es auch weiterhin feste Umsetzungsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und eine gemeinsame Priorisierung konkreter Projekte. Für Hameln wäre deshalb eine dauerhafte „Umsetzungsallianz Wärme“ sinnvoll, in der unter anderem geprüft wird, welche Gebiete in Machbarkeitsstudien überführt werden, welche Stromnetzmaßnahmen prioritär sind und welche Informationen für die Bürgerinnen und Bürger relevant sind.
Auch für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet die Wärmeplanung zunächst vor allem Orientierung. „Es besteht kein Grund zur Panik“, betont Treptow. „Entscheidend ist, frühzeitig zu prüfen, welche Lösung langfristig zum eigenen Gebäude und zum Quartier passt. Wärmepumpen können auch in vielen Bestandsgebäuden funktionieren; ebenso kann Fernwärme eine sinnvolle Alternative sein“, so die Geschäftsführerin weiter.
Die Stadtwerke Hamlen Weserbergland wollen dabei langfristiger und verlässlicher Partner der Stadt und der Bürgerinnen und Bürger sein. Ihr Anspruch: keine pauschalen Versprechen, sondern belastbare Orientierung und eine Infrastruktur, die langfristig sicher, klimafreundlich und bezahlbar ist.
„Die kommunale Wärmeplanung zeigt uns die Richtung. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam die richtigen Projekte auszuwählen und Schritt für Schritt umzusetzen“, schließt Susanne Treptow die Podiumsdiskussion.
vwtl. Lena Becker
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